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Einleitung OpenRefine

Die Informationen auf dieser Seite beziehen sich auf die zum Zeitpunkt März 2026 aktuelle Version OpenRefine 3.10.0. Die beschriebenen Schritte wurden unter Linux ausgeführt.
Betriebssystemspezifische Hinweise für Windows und macOS finden sich in der offiziellen OpenRefine‑Dokumentation.

Metadatenanreicherung beschreibt den Prozess, digitale Inhalte (Bilder, Dokumente, Datensätze) durch Hinzufügen strukturierter Informationen, wie IDs, Geodaten oder Beschreibungen, aufzuwerten. Diese Anreicherung verbessert die Auffindbarkeit, Verwaltung und Vernetzung der Daten.

Ein wichtiger Bestandteil dieses Prozesses ist die Anbindung an kontrollierte Vokabulare oder Linked-Open-Data-Datenbanken (z. B. Wikidata, GND). OpenRefine bietet dafür integrierte Funktionen zur Datenbereinigung und zum Abgleich (Reconciliation) mit externen Quellen.

OpenRefine (ehemals Google Refine) ist eine OpenSource Software zur Bearbeitung tabellarischer Daten. Es wird als "A power tool for working with messy data. - Ein leistungsstarkes Werkzeug für die Arbeit mit unstrukturierten Daten." beschrieben.

Typische Anwendungsbereiche umfassen:

  • Analysieren großer und "unordentlicher" Datensätze
  • Korrigieren von Fehlern
  • Anreichern von Daten mit externen Informationen
  • Normalisieren und Vereinheitlichen von Daten
  • Transformieren und Strukturien von Daten

Obwohl OpenRefine im Webbrowser ausgeführt wird, benötigt die Anwendung grundsätzlich keine Internetverbindung. Alle Daten werden lokal auf dem jeweiligen Rechner verarbeitet und nicht online übertragen. Eine Ausnahme bilden Funktionen, die auf externe Dienste zugreifen – etwa Reconciliation Services oder bestimmte Extensions wie die LLM‑Erweiterungen.

OpenRefine erstellt beim Import eine lokale Kopie der Daten in Form eines Projekts. Die Originaldateien bleiben dadurch unverändert. Soll dasselbe Projekt auf mehreren Rechnern weiterbearbeitet werden, muss es zunächst exportiert und anschließend auf die jeweiligen Geräte übertragen werden.

Daten bleiben lokal auf dem Rechner und werden nicht ins Internet übertragen.
Nur Funktionen wie Reconciliation Services oder bestimmte Extensions (z. B. LLM‑Erweiterungen) benötigen eine Online‑Verbindung.

Installation von OpenRefine

Die Installationsdateien für OpenRefine können über die offizielle Webseite heruntergeladen werden. Unter Linux wird in der Regel eine ZIP‑Datei bereitgestellt, die am gewünschten Installationsort entpackt wird.

Zum Ausführen von OpenRefine wird ein Java Runtime Environment (JRE) benötigt. Hinweise zum Download und zur Installation finden sich unter: https://www.java.com

Um OpenRefine unter Linux zu starten, navigieren wir im Terminal in den entpackten OpenRefine‑Ordner und führen den folgenden Befehl aus:

./refine

Dadurch öffnet sich ein neues Fenster im Standardbrowser, in dem OpenRefine ausgeführt wird. Empfohlen werden WebKit‑basierte Browser wie Opera, Google Chrome oder Microsoft Edge, da es unter Firefox zu bekannten Performanceproblemen kommen kann. Internet Explorer wird nicht unterstützt.

Soll OpenRefine nicht im Standardbrowser geöffnet werden, kann es im Headless‑Mode gestartet werden:

./refine -x refine.headless=true

Anschließend lässt sich OpenRefine in jedem beliebigen Browser über folgende Adresse öffnen:

http://127.0.0.1:3333

Nach dem Start zeigt das Hauptmenü die verwendete OpenRefine‑Version und bietet verschiedene Optionen. Projekte können erstellt, geöffnet oder importiert werden. Zudem kann die Sprache geändert oder eine Übersicht der installierten Extensions aufgerufen werden. Wir belassen die Benutzeroberfläche in Englisch, um eine bessere Kompatibilität mit vorhandenen Lernmaterialien sicherzustellen. Daher werden auch in dieser Dokumentation überwiegend die englischen Bezeichnungen verwendet. OpenRefine wird durch die Tastenkombination Strg + C im Terminal gestoppt, dabei werden alle Änderungen automatisch gespeichert.

Installation von Extensions

OpenRefine kann über unterschiedliche Erweiterungen (Extensions) individuell an spezifische Arbeitsabläufe angepasst werden. Eine Übersicht der verfügbaren Extensions gibt es unter: https://openrefine.org/extensions

Es gibt zwei Möglichkeiten, Extensions zu installieren:

  • Installation im OpenRefine‑Programmordner

    • Die Erweiterung steht nur dieser konkreten OpenRefine‑Installation zur Verfügung.
    • Bei Updates von OpenRefine muss sie erneut installiert werden.
  • Installation im persönlichen Workspace‑Ordner

    • Die Erweiterung ist für alle OpenRefine‑Installationen des Benutzers verfügbar.
    • Updates von OpenRefine haben in der Regel keinen Einfluss auf die installierten Extensions.

Im Folgenden beschreiben wir die Installation im Programmordner.
Manche Erweiterungen verfügen über eigene, spezifische Installationsanleitungen, die unbedingt beachtet werden sollten. Grundsätzlich ist die Installation von Extensions in OpenRefine sehr einfach:

  1. ZIP‑Datei der gewünschten Extension herunterladen.
  2. Den Ordner webapp/extensions im OpenRefine‑Installationsverzeichnis lokalisieren.
  3. Die heruntergeladene ZIP‑Datei in diesem Ordner entpacken.
  4. OpenRefine starten.

Eine Extension wurde erfolgreich installiert, wenn ihre zusätzlichen Funktionen in OpenRefine sichtbar bzw. nutzbar sind. Details dazu finden sich in der jeweiligen Dokumentation der Erweiterung.